Am 21. Juni 2026 feierten die Freunde und Unterstützer des Peilsteinhauses ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Schutzhaus am Gipfel des niederösterreichischen Peilsteins. Die NÖ Berg- und Naturwacht war bei diesem Fest vertreten – als Vertreter von Landesleiter Peter Rosenkranz überbrachten unsere Kameraden Susanna und Hans Egger die Grüße der Landesleitung an die Sektion Gebirgsverein sowie herzliche Wünsche für einen weiteren erfolgreichen Weg – für die Sektion und die Hüttenmannschaft gleichermaßen.
Ein Haus mit Geschichte
Das Peilsteinhaus liegt auf 716 m Seehöhe und ist seit jeher ein zentraler Treffpunkt für Bergsportbegeisterte und Kletterfreunde in Niederösterreich. Seit 1926 betreibt der Alpenverein Sektion Gebirgsverein hier eine Ausschank, aus der sich im Laufe der Jahrzehnte das heutige Schutzhaus entwickelt hat, das aktuell bis zu 57 Gäste beherbergen kann.


Ein Leben am Peilstein
Für Hans Egger ist der Peilstein mehr als ein Ausflugsziel: er ist ein Stück Lebensgeschichte. Bereits in den 1950er Jahren holte er sich hier seine Begeisterung fürs Klettern, in einer Zeit, in der Hanfseile und klobige Bergschuhe noch zur Standardausrüstung zählten. Klettern war damals ein Sport, der wenig Kompromisse kannte: Mauerhaken wurden selbst in schwierigsten Passagen nur widerwillig toleriert, Stürze endeten nicht selten tragisch. Der Refrain des damals begeistert gesungenen Peilsteinlieds „Jede Wochen a paar Tote, ja das is am Peilstein Mode, sowas kann uns net genieren“ klingt heute befremdlich, wo die Wände mit einem dichten Netz silberglänzender Klebehaken gesichert sind, die jeden Sturz zuverlässig halten. Hans hat diese fordernde Zeit unbeschadet überstanden und später als Heeres- und Zivilbergführer selbst zahlreiche Kletterkurse am Peilstein abgehalten.
Nach seiner Pensionierung kehrte er dem Peilstein nicht den Rücken, im Gegenteil: Gemeinsam mit seiner Gattin Susanna, Obfrau der Sektion Baden des ÖTK, betreute das Ehepaar Egger als Wegepaten der Alpenvereinssektion Gebirgsverein zehn Jahre lang alle Wanderwege rund um den Peilstein. Eine Verbundenheit, die weit über bloße Pflichterfüllung hinausgeht und die wohl keinen besseren Botschafter für diesen Festtag hätte finden können.

Ein Festwochenende für alle
Das Festprogramm hielt für alle Gäste etwas bereit: Den Auftakt machte bereits am Vorabend eine stimmungsvolle Hüttengaudi mit Fassanstich und Live-Musik – von Nu Jazz bis Blues Rock war für jeden Geschmack etwas dabei. Der 21. Juni selbst begann mit einer Bergmesse, zelebriert von Mag. Amadeus Hörschläger, OCist, Ehrenkanoniker von St. Stephan und Ehrenbürger der Stadtgemeinde Baden. Im Anschluss lud der Frühschoppen zum Verweilen ein, musikalisch begleitet von den Dixie Hats mit Swing und New Orleans Jazz. Tagsüber konnten Interessierte beim Schnupperklettern und Schnupper-Klettersteig-Gehen erste Erfahrungen am Fels sammeln.
Veranstaltungen wie diese erinnern uns daran, warum wir das tun, was wir tun: Natur erleben, Gemeinschaft pflegen – und dafür sorgen, dass beides auch für künftige Generationen erhalten bleibt. Genau das ist auch der Kern unserer Arbeit in der Berg- und Naturwacht.

